Jam Session

Jazz-Kneipe Baßgeige, Bäckerklint 1, Braunschweig

Mit der Modern-Jazz-Session bietet die „Initiative Jazz Braunschweig“ in Zusammenarbeit mit der Bassgeige ein kreatives Forum für jazzbegeisterte lokale und regionale Musiker.
Die Session findet mindestens vier Mal im Jahr statt und wird von einem erfahrenen Musiker geleitet.
Eine Sessionband spielt einige Songs als Warming Up und gewährleistet, dass die traditionellen Instrumente einer Rhythmusgruppe während des ganzen Abends vorhanden sind.
Am Sa, den 17. März um 20 Uhr spielen Marcel Reginatto (sax), Hans-Christian Hasse (p), Fabian Claußen (b) und Daniel Ossege (dr).
Der Eintritt ist frei.

Eintritt: frei

Kritik zu „Mo’Blow“

Jazz geht auch anders
Die Berliner Jazz-Funk-Band Mo’Blow spielt tanzbaren Jazz

„Ja, den Düwel ook, watt war denn dütt?“ Gerade wird in den Groß-Feuilletons Land auf, Land ab dem deutschen Jazz Bedeutungslosigkeit attestiert. Er sei die Musik eines immer älteren Publikums, überhaupt: völlig verbürgerlichte, ritualisierte Sesselmusik. Zwischen den Polen „blonder Schmuse-Jazz“ und „hermetische Hirnigkeit“ taumelnd. Die revolutionären Angriffe auf die Hörgewohnheiten seien abgesunken zum kulturellen Erbe. Man brauche alternde US-Stars um Konzertsäle zu füllen. Also: Jazz-Deutschland ist tote Hose.
Ja, und dann taucht am Freitagabend die junge Berliner Jazz-Funk-Truppe Mo’Blow im Braunschweiger Lindenhof auf und straft die Diagnose Lügen. Ein Publikum, das am Konzertende den Musikern stehend applaudiert! Ein sichtbar höherer Anteil jüngerer Konzertbesucher! Musiker, die sich so gut angenommen fühlten, dass sie mehr als die obligate Zugabe spielten! Und dann, völliger Wahnwitz! Einige, eher jüngere Leute tanzten gar. Wäre das Gestühl nicht im Wege gewesen, wer weiß, wer noch alles zu den knackigen Rhythmen die Knochen geschüttelt hätte. Schließlich: selbst harte Traditionalisten merkten – Jazz geht auch anders.
Schon die Art des Auftretens der Band war erfrischend. Abwechselnde, verständliche und auch witzige Anmerkungen zu den Stücken. Das Solo-Spiel wird mal wörtlich genommen: alle anderen Musiker verlassen den Saal. Auch karikierende Showeinlagen und nicht zuletzt ungekünstelte Freude über die gute Resonanz beim Publikum wirken auflockernd. All das aber wäre nun nichts ohne die Musik.
Mo’Blows musikalisches Zentrum ist der Rhythmus, das Funkige, der Groove. Aber sie sind eben nicht nur eine „heiße Funkband“. Wohl spielte Matti Klein an seinem Fender-Rhodes-Piano und keinem anderen Tastenteil mit der rechten Hand oft repetitiv die typischen Floskeln. Natürlich war die Slaptechnik des Bassisten Tobias Fleischer mitunter dominant. Selbstverständlich röhrte Saxofonist und Frontmann Felix F. Falk oft perkussiv. Und Schlagzeuger André Seidel arbeitete sehr synkopierend am Schlagzeug. Das würde aber schnell langweilig, käme nicht etwas Wesentliches zu diesen Funk-Elementen hinzu, nämlich das Jazzige. Gemeint ist damit das Unvorhersehbare, das Durchbrechen des Schematischen vor allem in den Improvisationsphasen, wenn die Band schier abhob. Ob man dazu nun noch ein Didgeridoo braucht oder diverse Perkussionsteile, sei dahingestellt. Auch der Loop-Gebrauch des Bassisten müsste befragt werden: bringt er mehr Tiefe oder ganz neue Aspekte?
Mo’Blow ist ein echter Live-Act, für wahr. Tote Hose Jazz? Man ist so tot, wie man sich fühlt.

Klaus Gohlke

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Mo’Blow

Lindenhof „DaPaolo“, Kasernenstraße 20, Braunschweig

Matti Klein (keys)
Felix F. Falk (sax & perc)
André Seidel (drums)
Tobias Fleischer (bass)

Die Wiege von Mo’Blow stand in Liverpool, wo Felix F. Falk vor zehn Jahren während eines Studienaufenthaltes den Funk für sich entdeckte und die Ursprungsformation „Sahnefunk“ gründete. Aus ihr wurde schon ein Jahr später in Berlin die jetzige Band mit dem Namen Mo’Blow, in der sich der Saxofonist Falk mit dem Bassisten Tobias Fleischer, dem Schlagzeuger André Seidel und dem Pianisten Matti Klein zusammenfand. Seitdem erobern diese vier jungen Musiker die deutsche und europäische Funk-Szene, und das mit prominentester Unterstützung: Nils Landgren, die lebende Funklegende, hörte von ihnen, und es sollte nicht lange dauern, bis sie gemeinsam ein Album aufnahmen.

Schon bald begannen sie, ihr musikalisches Spektrum um Jazz und Soul zu erweitern, und Publikum und Kritik haben es ihnen gedankt: 2008 waren sie zweifacher Preisträger des Jazz & Blues Award und 2011 Gewinner des Future Sound, dem Wettbewerb der Leverkusener Jazztage.

Was sie auszeichnet, ist nicht nur das Neue, der frische Wind, den sie in die Szene gebracht haben, sondern auch ihre Energie und der ihnen eigene kernige Sound. Nichts kommt altmodisch oder konventionell daher, sondern alles in eigenständiger Komposition und ohne abzukupfern: eben superfrisch und überzeugend.

Die Kritik ist einhellig positiv und lobt die intelligenten Kompositionen und die teils ungewöhnliche Instrumentierung mit Didgeribones, einer Art Didgeridoo, die markanten Saxofon-Hooklines, den fetten Bass und das präzise verschleppte Schlagzeug.

Und www.unser-luebeck.de sagt: „Hier wird jeder noch so waghalsig angesetzte Break, jede noch so schräg gesetzte Synkope mit einer Lässigkeit und Selbstverständlichkeit ins Klanggeflecht gewoben, dass man nie befürchten muss, dieser Spaß und Spielfreude versprühende Vierer würde in der nächsten taktvertrackten Haarnadelkurve aus der Spur geschossen.“

Alles klar? We’ll hear!

Karten:
– Musikalienhandlung Bartels, Braunschweig, Schlosspassage, Tel.: 0531 / 125712
– Tourist-Büro Braunschweig (Am Dom), Tel.: 0531 / 470-2040
– Konzertkasse, Braunschweig, Schild 10, Tel.: 0531 / 16606
– Online über eventim
– Abendkasse
– und weitere …

» Weitere Informationen

Eintritt: Abendkasse 17 € / 15 € (ermäßigt) / 7 € (SchülerInnen)

Mit freundlicher Unterstützung:
Braunschweiger Flammenfilter
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig
Radio Okerwelle

Initiative Jazz Braunschweig e.V.
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