Festival “Drei Tage Neue Musik Braunschweig”

9. bis 11. Oktober 2020

Natura Renovatur
Wiederherstellung des Gewohnten. Gleichzeitig ein neuer Anfang.

Unter diesem Motto nimmt das Festival „Drei Tage Neue Musik Braunschweig“ das Werk Giacinto Scelsis in den Fokus und entwickelt daraus einen programmatischen Parcours, der ausgehend von Scelsis Werktitel Natura Renovatur die Klangwelt des 21. Jahrhunderts neu definiert.

Das Festival findet vom 9. bis 11. Oktober in der Dornse des Altstadtrathauses statt.
Es bleibt seinem bewährten Konzept mit einem aktuellen Motto, drei thematischprogrammatischen Konzerten, dem Profil Entertainment-Performance – dem moderierten und kommentierten Konzert – und dem pendenprinzip bei der finanziellen Publikumsbeteiligung treu.

Alle Konzerte des diesjährigen Festivals beziehen sich programmatisch ganz bewusst auf den experimentierfreudigen Italiener und stellen sein Werk neben dasjenige von Galina Ustvolskaja und Spohr-Preisträger Salvatore Sciarrino. Auf dem Programm steht auch die Uraufführung eines Auftragswerks für Ensemble, Live- Elektronik und Saxofon.

Das Eröffnungskonzert am Freitag, 9. Oktober, konfrontiert den Komponisten-Sonderling Scelsi mit Stücken, die eine innere Verbindung zu seinem Werk haben, wie etwa „Tre Pezzi for Scelsi“ für Kammerensemble, Live-Elektronik und AltSaxofon des Künstlerischen Leiters des Festivals Vlady Bystrov. Auch Bystrov ist, wenn man so will, mehr Klangtüftler als Komponist, einer, der sich praktisch und theoretisch intensiv mit dem Phänomen Klang auseinandersetzt. In „Tre Pezzi for Scelsi“ aus dem Jahr 2020, gespielt von der Klangwerkstatt Braunschweig, heben sich solistische Melodiefragmente des Saxofons aus einem dichten Gewebe an irisierenden Ensembleklängen heraus. Konzentration und Reduktion bestimmen hier das musikalische Geschehen. Auch Salvatore Sciarrinos Werke sind von Scelsi inspiriert und spielen mit dem Phänomen des Klangs und seiner Auffächerung bzw. Transformation via Klangfarbe und mikrotonaler Veränderungen. Als Solistinnen sind Tatjana Prelevic am Klavier und Lenka Zupkova an der Violine (Ensemble Megaphon).

Im zweiten Abend, am Samstag, 10. Oktober, teilen Musiker unterschiedlicher Herkunft eine gemeinsame Klanggestik und vereinigen zwei verschiedene Klangideen: Homogenität und Heterogenität, Realität und Illusion sowie Identität und Incognito. Hier werden auf den Reminiszenzen von und über Scelsi basierende Themen improvisatorisch verarbeitet, die sich zum ersten Mal treffendes Trio, bestehend aus wahren Meistern ihres Fachs, dem Pianisten Simon Nabatov, Schlagzeuger Christian Lillinger und Saxofonisten Vlady Bystrov, zu neuen Klanggebilden formt.

Im Abschlusskonzert, der Matinee am Sonntagvormittag, 11. Oktober, erzählt Dr. Vlady Bystrov aus musikwissenschaftlicher Sicht über seine persönlichen Begegnungen mit Musik Giacinto Scelsi und präsentiert einige Solo-Stücke für Saxofon und Klarinette. „Tre Pezzi“ nannte Giacinto Scelsi ein Stück aus dem Jahr 1956, in dem er von einem Ton D ausgehend einen wahren Klangkosmos entstehen lässt. „Maknongan“ oder „Ixor“ sind die anderen. Außerdem spielen Simon Nabatov und Vlady Bystrov Improvisationen zu dem Hörspiel- Klanginstallation über Scelsi. Eine fantastische Schule des Hörens und eine Klanginsel im Meer des Gewöhnlichen.

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Veranstalter: Freunde Neuer Musik Braunschweig e.V.
 

Samuel Blaser Quartet

westand Event- und Kulturzentrum, Westbahnhof 13, 38118 Braunschweig

Samuel Blaser – Posaune
Marc Ducret – Gitarre
Gerry Hemingway – Schlagzeug
Masatoshi Kamaguchi – Bass

Die Initiative Jazz Braunschweig macht genau da weiter, wo sie im Februar dieses Jahres aufgehört hat. Nämlich mit der Präsentation erstklassiger Jazzkonzerte. Bleiben wir dieser Tradition auch treu, so müssen wir nunmehr immer mit der Unsicherheit leben, dass aktuelle Infektionsentwicklungen alle Planungen umstoßen. So ist es nun einmal, wir bitten Sie, die aktuellen Entwicklungen unserer Konzertplanungen aufmerksam zu verfolgen.

Im Februar begeisterte das Eva Klesse Quartett, nun wird das Quartett des Schweizer Ausnahme-Posaunisten Samuel Blaser für uns aufspielen, eine kleine Supergruppe, wenn man so will. Mit dem Gitarristen Marc Ducret, Träger des Django Reinhardt Preises. Er spielte u.a. mit Joachim Kühn, Michel Portal und Tim Berne und gilt als Grenzüberschreiter, was seine Arbeitsfelder betrifft. Das Gleiche kann man auch von Gerry Hemingway sagen, dem Schlagzeuger der Band. Auf über 150 Einspielungen für verschiedenste Labels ist er als Bandleader, Komponist und Mitspieler verschiedenster Stilrichtungen von John Cale bis Marilyn Crispell zu hören. Schließlich Masatoshi Kamaguchi am Tieftöner, ein äußerst vielseitiger, intuitiv agierender Bassist.

Samuel Blaser seinerseits – Benny Golson-, J.J. Johnson- und 2019 European Jazz Award-Gewinner – gilt als einer der technisch versiertesten Posaunisten der Gegenwart, der sich nicht schubladisieren lässt. „Meine Interessen sind zu offen, um in eine spezifische Kiste gesperrt zu werden.“, sagt er im Interview. So spielt er Hommagen an Jimmy Guiffre und Carla Bley ein, dann verknüpft er Renaissance- und Barockmusik mit Gegenwarts-Jazz. Zeigt sich als kreativer Bandleader, der starke Melodien, Harmonien und Rhythmen kreiert, um seinen Mitspielern Räume zu eröffnen, sich auszudrücken, Kompositionen fortzuentwickeln und einen Gruppensound zu entwickeln. Wagt aber auch, Soloprojekte zu präsentieren.

Seine Arbeiten zeigen insgesamt Wege auf, improvisierte Musik zu einem echten Hör-Erlebnis werden zu lassen. „Ich bin sicher, dass eine funkelnde Posaune eine Botschaft direkt in dein Herz senden kann und damit dein Leben verändert!“, prophezeit er mit Emphase. Wir werden es mit seinem Quartett erleben.

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Karten:
- Musikalien Bartels, Braunschweig, Wilhelmstraße 89, Tel.: 0531 / 125712
- Touristinfo Braunschweig, Kleine Burg 14, Tel.: 0531 / 470-2040
- Konzertkasse Braunschweig, Schloss-Arkaden & Schild 1a, Tel.: 0531 / 16606
- Online über eventim
- Abendkasse
- und weitere ...

Eintritt: Abendkasse 26 € / 23 € (ermäßigt) / 11 € (Schüler*innen & Studierende)

Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig
Die Braunschweigische Stiftung