Jazz-Kneipe Baßgeige, Bäckerklint 1, Braunschweig
Sessionband:
Bernd Dallmannn (as)
Hans-Christian Hasse (p)
Tobias Lampe (b)
Daniel Ossege (dr)
Moderation:
Hans-Christian Hasse
Eintritt: frei
Initiative Jazz Braunschweig e.V.
Die Musiker-Initiative seit 1978
Jazz-Kneipe Baßgeige, Bäckerklint 1, Braunschweig
Sessionband:
Bernd Dallmannn (as)
Hans-Christian Hasse (p)
Tobias Lampe (b)
Daniel Ossege (dr)
Moderation:
Hans-Christian Hasse
Eintritt: frei
Zwischen Alpenblues und Wiegenlied
Die Initiative Jazz-BS eröffnet mit dem Cholet-Känzig-Papaux-Trio die neue Konzertsaison
Wer will hier wen reinlegen? Marcel Papaux‘ Blick geht von unten her schräg nach oben in Richtung des Pianisten Jean-Christophe Cholet. Ein feines, schelmisches Lächeln umspielt den Mund des Schlagzeugers und plötzlich bohren sich knallend-harte 4/4 – Beats in die Klangkaskaden, die der Tastenmann scheinbar entrückt kreiert. Eine gewisse Zerrissenheit beim Zuhörer. Wohin soll er sich wenden? Aber schon wechselt der Schlagzeuger in einen ternären Rhythmus, der beruhigender wirkt. Nur – was hilft das, da nunmehr der Pianist heftig auf jede halbe Note einen Akkord setzt? Dazwischen Heiri Känzig, der Kontra-Bassist, der Vermittler zwischen Harmonie und Rhythmus. Das ist aber nicht kompromisslerisch zu verstehen. Er ist ein Impressionist mit eigenen Harmoniewegen und gewagten Kadenzen. Ein Mann, der gewissermaßen Ordnung schafft und neue Horizonte eröffnet. Programmtisch der Titel des Stückes: „Contre sens“.
Für den Zuhörer nicht immer ganz einfach, aber gleichviel stets hochspannend, dieses Zusammenspiel, das sich dem Kontrast verschrieben hat. Hörerwartungen zu unterlaufen, neue Horizonte zu eröffnen, das ist die Absicht des Trios, das nunmehr seit zehn Jahren zusammenarbeitet.
Und so wird man in „Because of Schumann“ von Cholet in die Welt der romantischen Klaviermusik gelockt, um dann im weiteren Verlauf des Stückes die Dekonstruktion der Melodie mitzuerleben, bis sie am Ende neu zusammen gesetzt wieder aufscheint. In „Triplettes“ malen die Musiker auf je ganz eigene, aber intensiv aufeinander bezogene Weise wunderbare Klangflächen. Jedoch – immer wieder durch Breaks unterbrochen, wird das eine Art Fahrstuhlfahrt, bei der auf jeder Etage ein Stop erfolgt, um immer höher hinaus zu gelangen. Dann wieder nahezu elegische Töne: eine Ode für den langjährigen Weggefährten Charlie Mariano.
Ein „Swiss Blues“ wird angekündigt. Das bedeutet im Intro eine vom Bassisten im Flageolett gestrichene Alphorn-Naturtonreihe, ein eigenartig verspieltes Geklapper am Schlagwerk – vom Blues eigentlich keine Spur. Dann legt man los und es steht einem alle Tonwelt offen, sich über die Schweiz Gedanken zu machen: Lawinensturz, Almromantik, entgleisende Dorffeste…
In Schubladen lässt sich diese Musik nicht zwängen, jeder Musiker lässt dem anderen viel Raum, das zu verhindern. Zum Abschluss eine Berceuse und viel Beifall im Braunschweiger Lindenhof. Ein guter Start in die Jazz-Saison 2012/13.
Klaus Gohlke
Lindenhof „da Paolo“, Kasernenstraße 20, Braunschweig
Jean-Christophe Cholet: piano, compositions
Heiri Känzig: bass
Marcel Papaux: drums
Nachdem wir den französischen Jazzmusiker Jean-Christophe Cholet letztes Jahr mit seinem Projekt „Times“ mit Geoffroy De Masure, Linley Marthe und Chander Sardjoe bei uns hatten, freuen wir uns, ihn dieses Jahr mit seinem französisch-schweizerischen Trio mit Heiri Känzig und Marcel Papaux begrüßen zu können.
Dieses Trio, das jetzt schon seit zehn Jahren miteinander spielt, ist die glückliche Verbindung von drei Ausnahmemusikern, die es verstehen, ihr Zusammenspiel trotz individueller Entfaltung zu subtiler Stimmigkeit zu führen. Die meisten der von ihnen gespielten Kompositionen stammen von Cholet. Sie kommen transparent und schnörkellos daher, verraten aber bei näherem Hinhören schnell ihre atmosphärische Dichte und ihren Facettenreichtum. Inzwischen hat sich das Trio in ganz Europa einen Namen gemacht. Seine sechs Alben wurden von der Kritik gefeiert und haben seinen Ruf als eine der vitalsten und ideenreichsten Formationen dieser Art in Europa gefestigt.
Heiri Känzig und Marcel Papaux zählen zu den besten Rhythmusgruppen in Europa. Ihr Spiel reicht von minimalistischer Begleitung bis zum fieberhaften Groove. Während Heiri Känzig seinem Bass sonore und tragende Klänge von außerordentlicher Ästhetik entlockt, zeichnet sich Marcel Papaux durch elegant swingende und überaus präzise Rhythmen aus. Vor diesem Hintergrund entfaltet sich dann das nuancenreiche und expressive Spiel Cholets und vereint die drei Musiker mit ihren Eigen- und Besonderheiten in einer in sich geschlossenen Schleife in einer komplexen, spannenden Klangwelt, die sich ihre Offenheit jedoch nicht nehmen lässt.
In diesem komplexen Gewebe fällt Jean-Christophe Cholet mit seinem starken und nuancierten Einfühlungsvermögen die Rolle zu, die labyrinthartig verwobenen Klänge und Farben miteinander zu vereinbaren, indem er durch kontrollierte und originelle Punktuierung die notwendigen Akzente setzt.
Karten:
– Musikalienhandlung Bartels, Braunschweig, Schlosspassage, Tel.: 0531 / 125712
– Tourist-Büro Braunschweig (Am Dom), Tel.: 0531 / 470-2040
– Konzertkasse, Braunschweig, Schild 10, Tel.: 0531 / 16606
– Online über eventim
– Abendkasse
– und weitere …
Eintritt: Abendkasse 17 / 15 (ermäßigt) / 7 (SchülerInnen)
Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig