Carsten Neugebauer – git
Elmar Vibrans – org
Ralf Heuer – dr
Eintritt: frei
Initiative Jazz Braunschweig e.V.
Die Musiker-Initiative seit 1978
Carsten Neugebauer – git
Elmar Vibrans – org
Ralf Heuer – dr
Eintritt: frei
Entspannte Raffinesse
Das Trio des Kölner Gitarristen Philipp-Brämswig beeindruckt mit zeitgenössischem Jazz
„Ich bin Fingerstyler und keineswegs jazz-affin, aber das war gut! Danke für den tollen Abend!“ Kritische Distanz, Respekt, Begeisterungsfähigkeit und Offenheit für Unbekanntes spricht aus diesem Kommentar eines Gitarrenpraktikers. Der nahezu ideale Konzertbesucher, fern von Fan-Gehabe.
Und was er hörte, das war ein Konzert des Kölner Gitarristen Philipp Brämswig, der mit seinem Trio am Freitagabend im Braunschweiger Lindenhof auftrat. Gespielt wurde Jazzmusik mit rockigem Einschlag. Ungebunden, was die Stilistik betraf. Vom Kontext her eher us-amerikanisch geprägt. Das betrifft zum einen Brämswigs Gitarrenvorbilder, vor allem Wayne Krantz, John Scofield, Pat Metheny. Aber auch die Präsentation des Trios, bei der der Gitarrist deutlich im Zentrum des Geschehens steht.
Vor allem Fabian Arends am Schlagzeug, aber auch Florian Rynkowski am E-Bass übernahmen eher die grundierenden Aufgaben, was nicht gering zu schätzen ist. Das Zusammenspiel zu strukturieren, Akzente zu setzen, auch Widerpart zu sein, bedarf tiefen Verständnisses der kompositorischen Absichten und geistesgegenwärtiges Reagieren im Miteinander. Arends und Rynkowski waren da die denkbare beste Wahl.
Denn Brämswig forderte sie gehörig mit seinem variantenreichen Saitenspiel. Mal im freieren Duktus zwischen mäandernden spacig-disparaten Klängen und rasanten rockigen Ausbrüchen („Anger Management“). Dann wieder eher durchkomponiertes, an einen Altmeister der Jazzgitarre wie Jim Hall erinnerndes Fingerpicking, das plötzlich in ein dichtes fusionartiges Geflecht überführt wurde („Prisma“). Die Übergänge zwischen rasantem Einzelsaitenspiel und differenzierter Akkordarbeit sind elegant, Griff- und Anschlagstechnik virtuos. Alles ist frei von Effekthascherei. Das gilt im Übrigen auch für den Einsatz elektronischer Mittel, der völlig funktional erfolgt und auch bei affekt-geladenen Ausbrüchen nicht ins Lärmende abdriftet.
Es ist verblüffend, mit welcher Raffinesse, Sicherheit und Entspanntheit die drei der jungen Kölner Jazzszene zuzuordnenden Musiker miteinander kommunizieren. Kein Wunder, dass das Trio unlängst den zweiten Preis im Finale des Neuen Deutschen Jazzpreises gewonnen hat. Und eben auch kein Wunder ob des lang anhaltendenden Beifalls eines sehr sachkundigen Publikums.
Klaus Gohlke
Philipp Brämswig – Gitarre
Fabian Arends – Schlagzeug
Florian Rynkowski – Bass
Moers 2016. Das Kölner „Subway Jazz Orchestra“ spielt. Eine Bigband mit den üblichen Solo-Parts. Ein junger Gitarrist steht auf und legt los. Phänomenal. Alle Gitarren-Idiome sind ihm geläufig. Noch beeindruckender sein Interplay bei den morgendlichen Sessions: einfühlsam, vorantreibend, melodieorientiert, abstrakt. Er tanzte beeindruckend „auf allen Hochzeiten“.
Es geht um den Kölner Gitarristen Philipp Brämswig. Ein junger Mann mit „Top Talent Stipendium“, Studien in New York bei Wayne Krantz und Dave Liebman. Begleiter u.a. von Charlie Mariano, Richie Beirach, Bob Mintzer.
Die Gründung einer eigenen Band war die logische Konsequenz. Ein Trio, zusammen mit Fabian Arends am Schlagzeug und Florian Rynkowski am Bass. Alles junge gefragte Musiker der Kölner Szene.
Beeindruckend ist Brämswigs zupackendes und zugleich durchdachtes Gitarrenspiel. Im Trio mit Florian Rynkowski am elektrischen Bass und Drummer Fabian Arends, dessen Spiel erkennen lässt, dass er bei Jonas Burgwinkel in die Schule gegangen ist, hat Brämswig einen traumhaft eingespielten Klangkörper geformt, der vertrackte Rhythmen so furios wie mühelos durchforstet. Balladeske Figuren, für deren Gestaltung Brämswig das Plektrum aus der Hand legt, spielen die drei Musiker ebenso perfekt aufeinander bezogen wie die rockigen Gebilde, die sie mit Fusionsounds überziehen. Kein Wunder, dass dem Liner-Notes-Verfasser Bill Milkowski zu Brämswigs Trio an einer Stelle Methenys berühmtes Trio mit Jaco Pastorius und Bob Moses einfällt.
Das Trio präsentiert seine aktuelle, vom Deutschlandfunk geförderte und von der Fachpresse sehr lobend aufgenommene CD „Molecular Soul“. Auf dieser schaffen sie Klangwelten jenseits von Stilgrenzen und erfreuen sich und ihre Zuhörer an ihrem berauschenden Zusammenspiel. Neben einer natürlichen Virtuosität ist vor allem die mal einfühlsame, mal zupackende Interaktion zum Markenzeichen der Band geworden.Die Kompostionen des Bandleaders sind Schmelztiegel verschiedenster musikalischer Einflüsse und vereinen Intellekt und Groove.
Neuester Höhepunkt der Wertschätzung ihrer Musik: Nominierung für das Finale des Neuen Deutschen Jazzpreises in Mannheim 2017.
Willkommen in Braunschweig.
Karten:
• Konzertkasse Braunschweig,
Schloss-Arkaden & Medienhaus Braunschweiger Zeitung, Tel.: 05 31 / 1 66 06
• Online über eventim
• Abendkasse
Eintritt: Abendkasse 20 € / 18 € (ermäßigt) / 10 € (SchülerInnen)
Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig