Der Vorverkauf beginnt - sofern nicht anders angegeben - zwei Monate vor dem Konzert.
Die Konzerte im LOT-Theater beginnen ab 2019 bereits um 19:00 Uhr.

Angelika Niescier Trio „NOW“

Roter Saal im Schloss, Schlossplatz 1, 38100 Braunschweig

Angelika Niescier – Saxophon
Simone Zanchini – Akkordeon
Stefano Senni – Kontrabass

BeitragsbildAngelika Niescier ist seit langem eine der aufregendsten Stimmen im deutsche Jazz. 2010 mit dem deutschen Musikpreis ECHO ausgezeichnet, ist sie eine der wenigen, die auch im Mutterland des Jazz, den USA, auf Interesse stoßen. 2017 bekam sie den renommierten Albert-Mangelsdorff-Preis. Die Saxophonistin ist eine Virtuosin mit einem wandlungsfähigen, beweglichen Ton, quicklebendig, überschäumend und einfallsreich. Stilsicher wechselt sie zwischen freier Improvisation und zeitgenössischer Komposition. Als Komponistin entwirft sie detailversessen, farbenfroh und konsequent hochgradig komplexe musikalische Räderwerke.

Das Trio mit den beiden italienischen Kollegen, mit dem sie nun NOW vorstellt, ist einem glücklichen Zufall geschuldet: Ein Kompositionsauftrag für das „Südtirol Jazzfestival Alto Adige“ brachte Angelika Niescier im Juli 2012 mit Stefano Senni und Simone Zanchini zusammen, die sie sich für diesen Anlass erwählt hatte: „Das war von Anfang an aufregend“, erinnert sie sich an die erste Begegnung bei Bozen. Simone und Stefano seien „sehr entspannt und doch hochkonzentriert“ gewesen. Entsprechend war das Konzert. Und entsprechend war auch der Drang, sich „noch weiter in den in das Projekt hinein zu begeben und dem Konzert eine CD-Produktion folgen zu lassen: NOW.

Stefano Senni legt am Bass die unerschütterliche Basis, während Akkordeonist Zanchini mal tangoartig melancholisch, mal rasend schnell zusammen mit Angelika Niescier das Spektrum zwischen folkloristischen Elementen, swingendem Jazz und Avantgarde auslotet – überaus unterhaltsam, spannend, originell, modern und traditionsbewusst.

» Weitere Informationen

Karten:
- Musikalienhandlung Bartels, Braunschweig, Schlosspassage 1, Tel.: 0531 / 125712
- Touristinfo Braunschweig, Kleine Burg 14, Tel.: 0531 / 470-2040
- Konzertkasse Braunschweig, Schloss-Arkaden & Schild 1a, Tel.: 0531 / 16606
- Online über eventim
- Abendkasse
- und weitere ...

Eintritt: Abendkasse 20 € / 18 € (ermäßigt) / 10 € (Schüler*innen & Studierende)

Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig

Bildrechte Angelika Niescier Trio: Arne Reimer

Das Kapital

LOT-Theater, Kaffeetwete 4a, 38100 Braunschweig

Daniel Erdmann, Tenorsaxophon
Hasse Poulsen, Gitarre
Edward Perraud, Schlagzeug

Beitragsbild„Das Kapital“ präsentiert bei uns die Musik seines aktuellen Projekts „Vive la France“- und das sehr eigenwillig: Wann haben Sie zum letzten Mal „La mer“ oder „Ne me quitte pas“ gehört? Patrick Hernandez‘ Disco-Knaller „Born To Be Alive“ oder „Comme d’habitude“, die französische Vorlage zu Sinatras Ego-Hymne „My Way“? Die erste „Gymnopedie“ von Impressionismus-Ikone Satie oder Stücke aus Renaissance und Barock, etwa von Lully? Egal, wie lange es her sein mag, so wie hier waren diese „Hits“ aus rund 430 Jahren Musikgeschichte noch nie zu erleben. Das Kapital, weithin gefeiert als versiertes Jazztrio mit charakteristischem Ausdruck, transzendiert die höchst unterschiedlichen Vorlagen in seinen eigenen Kosmos. Mit hintersinnigem Witz schneidert die Band den Stücken ein hinreißend neues Klanggewand, das ursprüngliche Genrezugehörigkeiten vergessen lässt oder gar absichtsvoll konterkariert. Etwa wenn das ehemals hedonistische „Born To Be Alive“ unvermittelt Blues-Züge annimmt oder „Vertigo“, 1746 von Joseph-Nicolas-Pancrace Royer geschrieben, plötzlich zu rattern beginnt wie eine Punkjazz-Parodie.

Bekannt wurde die 2002 gegründete pan-europäische Band der Individualisten mit eigenwilligen Eisler-Interpretationen. Auf zwei Alben transferierten Erdmann, Poulsen und Perraud 2009 und 2011 Songs des legendären Komponisten Hanns Eisler ins Jazz-Idiom. Für ihren ironischen Biss auf „Ballads & Barriades“ wurde die Band mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Auch bei ihren folgenden Studio-Produktionen, zuletzt Ende 2015 „Kind Of Red“ mit durchweg eigenen Kompositionen, ließen die meinungsfreudigen, vielfach preisgekrönten Virtuosen ihre politische Haltung durchschimmern. Natürlich beziehen sie sich dabei auch auf Traditionslinien des freien Jazz. Man denke nur an jene Musiker in den Vereinigten Staaten, die einst der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung nahe standen. Oder an die europäische Freejazz-Bewegung der späten Sechziger.

Inhaltlich erweist „Das Kapital“ nun der populären Musik seiner ersten respektive zweiten Heimat Referenz. Edward Perraud wurde in Nantes geboren, der in Wolfsburg geborene Berliner Daniel Erdmann ist schon länger überwiegend in Reims ansässig und der Däne Hasse Poulson lebt, nach Boston und Kopenhagen, seit Jahren in Paris. „Der Titel der Platte ist natürlich ironisch gemeint. Es ist doch total absurd, dass Nationalisten jetzt an vielen Orten wieder stärker werden“, sagt Daniel Erdmann. „Manche der Stücke, die wir eingespielt haben, mögen zum nationalen Kulturgut Frankreichs gehören, aber sie sind sicher kein Soundtrack zu Patriotismus.“

Ein zentrales Element der Musik von „Das Kapital“ ist Sound. Erdmanns Tenorsaxophon fesselt durch sein warmes, tiefgründiges Timbre, eine latente, eruptive Energie und pointiert angerauten Ausdruck. Perraud weiß dank klassischer Schlagwerkausbildung, wie man neben rhythmischen auch klingende Akzente setzt. Poulsen spielt filigrane, gezupfte Motive auf der akustischen Gitarre, streicht flirrende Töne mit dem Geigenbogen, entlockt der E-Gitarre harsche Riffs oder greift zur Mandoline. Das Trio kennt keine Tabus, wechselt von melodischen zu abstrakten Passagen, vereint Stilmittel unterschiedlicher Genres. Was aber am wichtigsten ist: alle hören einander zu, gehen auf Ideen der anderen ein. So entsteht eine wunderbare Transparenz und gleichzeitig seltene atmosphärische Dichte, die live (in ausgedehnteren Improvisationen) umso spektakulärer wirken kann.

» Weitere Informationen

Karten:
- Musikalienhandlung Bartels, Braunschweig, Schlosspassage 1, Tel.: 0531 / 125712
- Touristinfo Braunschweig, Kleine Burg 14, Tel.: 0531 / 470-2040
- Konzertkasse Braunschweig, Schloss-Arkaden & Schild 1a, Tel.: 0531 / 16606
- Online über eventim
- Abendkasse
- und weitere ...

Eintritt: Abendkasse 25 € / 22 € (ermäßigt) / 10 € (Schüler*innen & Studierende)

Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig

Bildrechte Das Kapital: Das Kapital

Nguyên Lê „Streams“ Quartet

LOT-Theater, Kaffeetwete 4a, 38100 Braunschweig

Nguyên Lê – E-Gitarre, Elektronik
Illya Amar – Vibraphon
John Hadfield – Schlagzeug
Chris Jennings – Kontrabass

Beitragsbild„Streams“ heißt das neue Quartett, das der in Paris lebende Gitarrist Nguyên Lê geformt hat. Das musikalische Ziel der Band ist die Verschmelzung von Jazz und der Musik anderer Kulturen. Dabei geht es den Musikern nicht um exotische Effekte, sondern darum, einen stimmigen und zeitgenössischen Ausdruck zu erzeugen – also Ströme (Streams) der verschiedensten Kulturen aufzugreifen und musikalisch zu verschmelzen. Der Fokus liegt bei eigenen Kompositionen, die von Nguyên Lês vielfältigen Erfahrungen musikalischer Grenzüberschreitungen genährt werden. Die Wurzeln der afro-amerikanischen Musik, des Blues und des Bebop, aber auch die Einflüsse von Bela Bartok und Claude Debussy finden Widerhall.

Die Musiker von „Streams“ sind tief im Jazz und der Weltmusik verwurzelt. Nguyên Lê – bereits mehrmals in unterschiedlichen Projekten bei uns in Braunschweig zu Gast – wurde in Paris als Sohn vietnamesischer Eltern geboren. Er kommt vom Jazz und hat in den letzten 20 Jahren zahlreiche Projekte über Vietnam, Nord- und Westafrika, Westindien, Türkei, Indien, Japan und Korea geleitet oder war daran beteiligt.

Schlagzeuger John Hadfield aus New York stammt aus der Kansas-City-Jazztradition um den Saxophonisten Bobby Watson. Er bereiste intensiv Indien, Peru, die Mongolei, den Mittleren Osten und Indonesien, um die Rhythmen und Instrumente jener Kulturen zu erlernen.

Kontrabassist Chris Jennings ist Kanadier und lebt in Paris. Er hat sich mit Dhafer Youssef, Karim Ziad, Bojan Z, Kudsi Erguner oder dem algerischen Chaabi-Orchestra „El Gusto“ einen Namen gemacht.

Der französische Vibraphonist Illya Amar arbeitete mit Musikern aus Indien, Argentinien, Vietnam und Brasilien zusammen. Zurzeit arbeitet er an Arrangements jüdischer Musik.

Für die Musiker von „Streams“ ist der Jazz wegen seiner Offenheit und seiner Integrationskraft die beste musikalische Form, um den Dialog über die Kulturen hinweg zu festigen.

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Karten:
- Musikalienhandlung Bartels, Braunschweig, Schlosspassage 1, Tel.: 0531 / 125712
- Touristinfo Braunschweig, Kleine Burg 14, Tel.: 0531 / 470-2040
- Konzertkasse Braunschweig, Schloss-Arkaden & Schild 1a, Tel.: 0531 / 16606
- Online über eventim
- Abendkasse
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Eintritt: Abendkasse 25 € / 22 € (ermäßigt) / 10 € (Schüler*innen & Studierende)

Mit freundlicher Unterstützung:
POMPE OPTIC
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig

Bildrechte Nguyên Lê: Uli Fild