Jazzhilfe

Ein großes DANKE an alle Spender der „Jazzhilfe“ für das großartige Spendenaufkommen von knapp über 10.000 Euro. Der größte Teil der Summe ist inzwischen an Jazz-Musikerinnen und -Musiker der Region geflossen, als Honorare für Auftritte nach der Corona-Zeit. Ein erster Auftritt mehrerer Gruppen ist jetzt sogar schon für die nächste Zeit in Planung, als Konzert im Netz über unsere Website.
Ein kleiner Teil der Spendensumme steht noch bereit. Die Krise ist noch nicht vorüber.
 

Offener Brief der nds. Musikkultur

BITTSCHÖN: LESEN; ZEICHNEN; TEILEN

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir danken Ihnen und Euch für die Mitzeichnung unseres Schreibens (siehe Link), das wir gestern an die Landesregierung verschickt haben. Wir sind gespannt auf die Rückmeldung seitens der Politik.

Wir sammeln in der Zwischenzeit weitere Unterstützer*innen. Ab sofort ist es möglich den Brief auf unserer Website zu unterzeichnen, die Liste der Unterzeichner*innen wird regelmäßig aktualisiert: www.lag-jazz.de/corona

Daher die Bitte an Sie und Euch: teilt die Seite unter Mitgliedern, auf Social Media Kanälen, Newslettern usw., wir können jede Unterstützung gebrauchen. Es darf nicht sein, dass in anderen Bundesländern (wie kürzlich in Bayern) nachgebessert wird und in Niedersachsen nichts passiert!

Rückfragen oder weitere Anregungen nehmen wir jederzeit gerne entgegen!

Viele Grüße

der Vorstand der LAG JAZZ

LAG JAZZ in Niedersachsen e.V.
Schwarzer Bär 2
30449 Hannover
web: www.lag-jazz.de
mail: info[at]lag-jazz.de
 

To whom it may concerns. Eine gute Aktion der Stadt BS!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie heute darüber informieren, dass der Verwaltungsausschuss der Stadt Braunschweig einen Härtefallfonds für von der Corona-Virus-Pandemie existenziell bedrohte, in Braunschweig ansässige Unternehmen, Selbstständige, Soloselbstständige, Freiberufler sowie Kultureinrichtungen, Kulturschaffende und weitere Einrichtungen beschlossen hat, um Betroffenen helfen, die nicht oder nicht ausreichend von den Rettungsschirmen von Bund und Land berücksichtigt werden. Mit zunächst 3 Millionen Euro will die Stadt Braunschweig hier unterstützen. Von dem Gesamtbetrag stehen 1 Million Euro für Kulturschaffende zur Verfügung. Die Richtlinie zu dem eingerichteten Fonds sieht vor, die Fördersummen bei einer Antragsberechtigung als Soforthilfe auszuzahlen. Um schnellstmöglich eine effiziente Unterstützung gewähren zu können, sollen bürokratische Hürden auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Die Anträge werden chronologisch nach Eingangszeitpunkt der vollständigen Unterlagen bearbeitet.

Die Soforthilfen sind für folgende Fallkonstellationen vorgesehen:

– Unterstützung von Kultureinrichtungen bei Existenzgefährdung und Liquiditätsengpässen
– Kompensation für Kulturschaffende für ausgefallene Engagements, Ausstellungen, Publikationen und Präsentationen ab dem 13. März 2020
– Kompensation für Kulturschaffende für verlorene Projektinvestitionen im 1. Halbjahr 2020, sofern ein entsprechender Förderantrag vor dem 13. März 2020 gestellt wurde

Anträge können ab sofort online gestellt werden. Dafür muss das unter folgendem Link hinterlegte Formular genutzt werden: www.braunschweig.de/corona-hilfsfonds

Für weiterführende Informationen finden Sie unter www.braunschweig.de/corona-hilfsfonds eine Liste mit häufig gestellten Fragen. Außerdem können Sie sich bei Fragen rund um die Antragstellung an die dafür eingerichtete Hotline unter 0531 470-4847 wenden.

Wir senden Ihnen diese Nachricht als potenzielle Antragstellerinnen und Antragsteller, aber auch und besonders als Multiplikatoren und bitten, diese Informationen an entsprechende Personen weiterzuleiten, die ggf. eine Förderung erhalten können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Anja Hesse

Dezernentin für Kultur und Wissenschaft
Stadt Braunschweig
 

Kartenrückgabe “Emile Parisien Quartett”

Liebe Jazz-Freunde!

Das Konzert von Emile Parisien in Braunschweig wurde abgesagt. Wir bedauern das sehr, aber die Beurteilung nach dem Gefährdungsbogen der Stadt Braunschweig hat ergeben, dass die Durchführung der Veranstaltung mit einem zu hohen Risiko für gefährdete Personen verbunden gewesen wäre. Wir bemühen uns derzeit um einen Ersatztermin, können aber zum gegenwärtigen Zeit noch keine näheren Aussagen machen.

Die Karten können an den Vvk.-Stellen zurückgegeben werden.

 

Spendenaufruf

Jazzhilfe Braunschweig
– Ein Aufruf der Initiative Jazz Braunschweig e.V. –

„Danke“ und Hinweise für Spendenbescheinigungen

Großer Dank an alle Spender, an die Mitglieder der Jazz-Ini, an Freundinnen und Freunde, Jazzbegeisterte, Hilfsbereite. Der Spendeneingang war schon jetzt in den ersten Tagen ganz überwältigend und versetzt uns in die Lage, jetzt und im weiteren Verlauf der Krise, deren Verlauf und Ende noch nicht abzusehen ist, zu helfen. Die ersten Auszahlungen sind bei den Musikern angekommen.

Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Bis € 200 wird der Kontoauszug als Beleg akzeptiert. Wenn Sie trotzdem eine Spendenbescheinigung haben möchten, lassen Sie es uns per E-Mail und mit der Angabe Ihrer Postadresse wissen. Für höhere Beträge erbitten wir Ihre E-Mail mit Postadresse, soweit sie nicht auf dem Überweisungsformular enthalten ist oder wir die Adresse (z.B. von Mitgliedern der Ini) kennen.


Braunschweigs Jazzszene hält zusammen und unterstützt existenzbedrohte, freischaffende Jazzmusiker*innen!

Liebe Jazzbegeisterte,
die Kulturszene unserer Region leidet wie viele andere Bereiche auch unter den einschneidenden, wenn auch unausweichlichen Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus. Viele freiberufliche Jazzmusiker*innen, die eh schon in prekären Verhältnissen als Künstler*innen leben, sind durch diese Krise in ihrer Existenz bedroht, da sie in den kommenden Monaten ihre Lebensgrundlage verlieren – Keine Auftritte, kein Unterrichten, kein Geld! Nur die wenigsten haben Rücklagen oder eine familiäre Absicherung.
Aus diesem Grund bittet die Initiative Jazz Braunschweig e.V. um Spenden für existenzbedrohte, freischaffende Jazzmusiker*innen der Braunschweiger Region. Helfen Sie mit, damit wir unsere lebendige Szene durch diese schwierige Zeit bringen können. Jeder Euro hilft! Wir sorgen dafür, dass Ihre Spende als finanzielle Unterstützung bei den sozial betroffenen Musiker*innen ankommt.
Unser Konto IBAN DE82 2505 0000 0002 0073 91 Stichwort „Jazzhilfe“


Informationen für betroffene Musiker*innen

Pro Antrag zahlen wir nach den Möglichkeiten des Spendeneingangs maximal Euro 300 aus, wenn nötig plus MWSt.

Wir erbitten Ihren/euren Antrag auf Hilfe formlos per eMail mit einer kurzen Begründung. Die Bearbeitung der Anträge bei uns übernimmt eine Gruppe bestehend aus dem Vorstand und mit der regionalen Jazz-Szene vertrauten Personen. Wir werden für Transparenz sorgen.

Zur Abwicklung benötigen wir eine Rechnung von Ihnen/euch an uns, ebenfalls per eMail:
Initiative Jazz Braunschweig e.V.
Erhard Oelmann
Rhönweg 8, 38122 Braunschweig
für möglicherweise künftige Auftritte/Konzerte.

Wir wissen auch nicht, wie lange die Krise dauert. Wir wollen entsprechend unseren Möglichkeiten helfen. Erneute Anträge werden genauso geprüft wie Erstanträge.

Unsere eMail-Adresse: vorstand[at]jazz-braunschweig.de
 

RIP: Otto Wolters (1938-2020)

Trauer und Dankbarkeit

Der Braunschweiger Jazzpianist und- pädagoge Otto Wolters ist im 82. Lebensjahr verstorben

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht in den „Sozialen Medien“. Otto Wolters ist tot! Der Mann, der wie kein zweiter das Gesicht des Braunschweiger Jazz war. Innerhalb von 24 Stunden über 3500 Aufrufe bei Facebook, Beileidsbekundungen von überall her, bezeugen seine Wertschätzung weit über den Braunschweiger Raum hinaus. „Ein großer Verlust für die ganze Szene!“ „Otto war eine Lichtfigur und absolut authentisch!“ „Großartiger Lehrer, großartiger Mensch!“ „Sensibler Klavierspieler.“ „Er hat mich zum Jazz gebracht.“ „Seine Konzerte sonntags im Anton Ulrich!“ So oder so ähnlich wird kommentiert. Otto Wolters, 1938 in Oldenburg geboren, geliebter Mittelpunkt seiner Familie, ist nach längerer schwerer Krankheit am Montag verstorben.

Dass Braunschweig heute einen Ruf als Top-Adresse des nationalen und internationalen Jazz hat, das ist ganz wesentlich Otto Wolters‘ Verdienst. Auf drei Ebenen, die eng miteinander verwoben waren, gelang es ihm, den Jazz zu etablieren. Als Praktiker in seinen verschiedenen Band- und Soloprojekten, als Lehrer an der Musikhochschule Hannover und der Städtischen Musikschule Braunschweig, schließlich als Initiator und treibender Motor der Braunschweiger Jazz-Szene, organisiert in der Braunschweiger Musiker-Initiative.

Jazz galt in den frühen 70er Jahren hier als ein sehr eigenartiges Gebräu. Als schräge Ami-Mucke oder aber als eine Art „Eliten-Protest-Musik“. Kaum verortbar nebulös zwischen Dixie und Post-Bop pendelnd, zwischen Riverboat-Party und Räucher-Keller. Otto Wolters nun gelang es einerseits, diese Musik in Braunschweig und darüber hinaus gewissermaßen zu erden. Vor allem dadurch, dass er das Fach „Jazzpiano“ an der Städtischen Musikschule Braunschweig zu etablieren vermochte, aber auch durch seine zahlreichen Konzerte, die mit Braunschweiger Lokalen untrennbar verbunden sind: „Bassgeige“, „Altdeutsche Bierstube“, „Lindenhof“.

Gleichzeitig aber verlieh er dem Jazz eine Aura der Seriosität. Durch sein Zusammenspiel mit Jazzern von Rang und Namen: Sonny Stitt, Attila Zoller und Gunter Hampel, um nur wenige zu nennen. Vor allem aber, indem er zusammen mit seinen Mitstreitern in der Musikerinitiative Jazzmusiker der Top-Liga nach Braunschweig holte. Etwa US-Shooting Star Pat Metheny, deutsche Avantgardisten wie Albert Mangelsdorff und Joachim Kühn. Jazzmucke wurde in den Konzertrang erhoben, Gepflogenheiten bürgerlichen Konzertverhaltens übernommen.

Vieles kann man nur antippen. Wolters‘ Arbeit für das Goethe-Institut, Crossover-Projekte mit Hans-Christian Wille, der Münchner „Klaviersommer“, die Reihe „Jazz und Lyrik“. Viele unserer in der Region aktiven Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker sind durch seine Schule gegangen. Zweierlei ist von ihnen immer wieder zu hören. Er habe ein ungemein feines musikalisches Empfinden besessen, gepaart mit großem pädagogischem Feingefühl. Aber dann vor allem: Otto Wolters sei immer ein Mensch gewesen, im besten Sinne. Große Trauer über seinen – natürlich. Gleichzeitig aber das Gefühl großer Dankbarkeit und großen Respekts ihm gegenüber.

Klaus Gohlke